Faustus Eberle: Mehr zielgerichtete, komplexe und mobile Angriffe.

Seit Jahren warnen Experten davor, dass Schadsoftware auch bald ein Thema für Mobiltelefone sein wird. Besonders gefährdet sind die sogenannten Smartphones. Hier verschwindet die Grenze zwischen Computer und Mobiltelefon. Hauptursache dieses gefährlichen Trend ist die Tatsache, das Mobilfunkhersteller zu langsam bei der Implementierung von Sicherheitsupdates sind. Hinzukommt der immer stärkere Trend eigene Geräte mit in die Firmennetzwerkstruktur einzubringen. Diese “Bring your own Device” Politik stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar und bietet für die Entwickler von Schadcode einen erheblichen Anreiz neue, effektivere Angriffsoftware zu entwickeln.

Besonders beliebt sind Apps (kleine Programme für Smartphones) die unter Ausnutzung von Premium-SMS-Diensten den ahnungslosen Nutzern immense Kosten unterschieben. Persönliche Daten sind auch ein begehrtes Ziel vieler Angreifer. Mit Phishing-Software, werden geheime Daten, Passwörter und TAN-Nummern beim Online Banking ausspioniert, mit deren Hilfe dann die Konten ahnungsloser Opfer geplündert werden.

Nicht zu vernachlässigen sind auch die Angriffe, die politisch motiviert sind. Sogenannte “Hacktivisten” So konnte z.B. ein starker Anstieg im Bereich der anonymen Proxies verzeichnet werden. Diese Server dienen in der Regel dazu schädliche Software zu verbergen.

Positiv bezeichnet Faustus Eberle hingegen die sinkenden Zahlen der aufgetretenen Webschwachstellen. Diese gingen im ersten Halbjahr von 49 auf 37 Prozent zurück. Auch Webbrowser verzeichneten weitaus weniger Sicherheitslücken wie in all den Jahren zuvor. Auch die Zerschlagung einschlägiger Botnetze war mit der Hauptgrund, dass Spam und Phisingattacken weiter stark rückläufig sind, kommentierte Faustus Eberle die erfreuliche Entwicklung.